Erfa-Kreis Baueinkauf: BIM in der Prozesskette Bau

13

Jun

2018

Am 10. April 2018 fand in Ratingen die 6. Sitzung des BWI-Bau-Erfahrungsaustausches Baueinkauf statt. Jede Sitzung steht unter einem Schwerpunktthema, das von den Teilnehmern jeweils selbst eingebracht wird. Aus den Diskussionen zu den Konsequenzen von BIM für den Baueinkauf bzw. für die Funktion des Baueinkäufers bei der 5. Sitzung entstand der Wunsch, sich den Einsatz [...]

ebodenmueller 14:21

Am 10. April 2018 fand in Ratingen die 6. Sitzung des BWI-Bau-Erfahrungsaustausches Baueinkauf statt. Jede Sitzung steht unter einem Schwerpunktthema, das von den Teilnehmern jeweils selbst eingebracht wird. Aus den Diskussionen zu den Konsequenzen von BIM für den Baueinkauf bzw. für die Funktion des Baueinkäufers bei der 5. Sitzung entstand der Wunsch, sich den Einsatz von BIM einmal über die gesamte Kette der Bauvertragsabwicklung anzusehen, also vom auftraggeberseitigen Entwurf bis hin zum Betrieb des Bauwerks.

Als fachkompetente Ansprechpartner standen uns seitens der Formitas AG, Aachen, Herr Shahin Farahzadi (Architekt, Standortleiter der Formitas AG in Köln) und Herr Alexander Dellen (BIM-Manager) zur Verfügung.

Ein kleiner Auszug aus der Diskussion:

-    Die Abbildung konkreter Gebäude zunächst als sog. Digitale Zwillinge führt dazu, die Standardisierungspotentiale in der Bauausführung transparent zu machen. Für die Auftraggeber und Planer ergibt sich daraus aber auch der angenehme Effekt, dass sie regelrechte Kataloge von Bauteilen und Bauleistungen und damit eine höhere Vergleichbarkeit erhalten.

-    Wenn Bauunternehmen generell eine Mitbestimmung über die für die auszuführenden Projekte zu erstellenden BIM-Modelle erlangen wollen, um auch Kompetenzvorteile ausspielen zu können, müssen sie ganz vorne in den Projekten mitwirken. Damit ergibt sich jedoch erstens das Problem, dass sich BIM zunächst nur in den Vertragswerken zwischen Auftraggeber und Planer abspielt. Zweitens stellt sich die Frage, wieviel Spielraum bei einer modellbasierten Kalkulation noch übrigbleibt, wenn die Parameter nicht vom Bauunternehmen beeinflusst werden.

-    Vorteile liegen natürlich darin, dass aus der Ausschreibungssoftware die Leistungsverzeichnisse automatisch generiert werden, ebenso wie Bauteillisten für den Einkauf – Beispiel Türliste.

-    Ein weiterer zentraler Vorteil der BIM-Methode resultiert aus der dahinterliegenden Datenbank: Nicht nur können an dieser immer mehr (Teil-)Modelle angedockt werden, sondern in dieser Datenbank können auch benötigte Zertifikate, z. B. Brandschutz, Sicherheitsnachweise etc. vorgehalten werden.

-    Die Kommunikation über das gesamte Projekt hinweg gesehen ändert sich signifikant, da alle Parteien einen wesentlich transparenteren Zugriff auf die Daten im Modell haben.

-    Aus Sicht eines Generalunternehmers liefert BIM Ansatzpunkte zur Optimierung, insbesondere auch im Hinblick auf Sondervorschläge. Aber: Wer übernimmt bei Sondervorschlägen die Planungshaftung?

-    Generell entstehen im Zuge von BIM neue Berufsbilder / Aufgaben- und Tätigkeitsschwerpunkte, deren Integration in die Unternehmensstrukturen und -prozesse sich jedoch noch durchsetzen muss.

-    Naturgemäß verwalten die Baustoffhändler / Lieferanten einen enormen Anteil der in den Modellen verwendeten Daten. Was passiert also, wenn sich diese Parteien dominanter im gesamten Prozess aufstellen?

-    Wenn die Daten wiederum im Modell transparent fortgeschrieben werden, welche Auswirkungen hat dies dann auf das Nachtragsmanagement? Woraus könnte dann ein Claim-Management noch seine Margen ziehen?

-    Die aktuelle Marktsituation als Kombination von erhöhter Baunachfrage und massivem Ressourcenmangel (Fach- und Führungskräfte ebenso wie Baustoffe) erschwert insbesondere im Nachunternehmermanagement den Einkauf, da man froh ist, wenigstens noch einen NU zu bekommen, fast egal für welchen Preis, von Auswahl ganz zu schweigen.

-    Aber: Die Frage, warum sich der Einkauf überhaupt strategisch aufstellen sollte, wenn ihm der Markt eh keine Wahl lässt, wurde im Teilnehmerkreis einfach und pragmatisch beantwortet: Gerade in schwierigen Marktsituationen zahlt sich jede Investition in Einkaufsstrategien aus, denn z. B. der Aufbau von Nachunternehmerpools verhilft einem jetzt zu Nachunternehmern in Gewerken, die bei Unternehmen, die sich in früheren Jahren eher unkooperativ verhalten haben, keine Angebote mehr abgeben.

-    Ebenfalls ein Grund, die eigenen Prozesse und Denkstrukturen – nicht nur im Einkauf – zu hinterfragen, resultiert aus der Veränderung der Einstellungen und Arbeitswerte der nachfolgenden Generationen. In einem Arbeitnehmermarkt kommt einer Work-Life-Balance eine weitreichende Bedeutung zu.

-    Das Selbstverständnis des Einkäufers steht u. U. auch auf dem Prüfstand: Klinken putzen und Netzwerken zählten bisher nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen. Aber die Trends für den Baueinkauf sprechen ihre eigene Sprache:

1.    Wenn es im Moment nicht opportun ist, das Nachunternehmergeschäft zu professionalisieren, so fängt man eben bei den Materialien an – Abwarten ist keine Option.

2.    Wenn über der Markt eine Leistung nicht mehr gesichert werden kann, kann die Entscheidung “eigen oder fremd” auch wieder für ein Insourcing ausfallen.

3.    Grundlegender partnerschaftlicher Umgang im Verhältnis zu den eigenen Marktpartnern stärkt die Eigenattribution als fairer Arbeitspartner.

4.    Der Grad der Vorfertigung wird weiter erhöht.

5.    Das Lieferkettenmanagement wird professionalisiert.

Da während dieser Sitzung auch immer mal wieder die Themen CSR/Compliance- und Wertemanagement sowie Datenschutz zur Sprache kamen, werden wir uns bei der 7. Sitzung im Herbst 2018 mit dem Lieferkettenmanagement befassen und darin die o. g. Themen einbinden.

Der Erfahrungsaustausch Baueinkauf ist prinzipiell offen; Interessenten können sich gerne bei uns registrieren lassen. Oder Sie abonnieren unseren Newsletter. Ihre Ansprechpartnerin im BWI-Bau: Dipl.-Kfm. Elvira Bodenmüller (e.bodenmueller@bwi-bau.de)

BIM: Konsequenzen für den Baueinkauf

28

Nov

2017

Am 23. November 2017 fand die 5. Sitzung des offenen Erfahrungsaustausches zum Baueinkauf statt. Wie bei allen BWI-Bau-Erfahrungsaustauschen üblich, bestimmen die Teilnehmer selbst über die Themen, die bei der nächsten Sitzung diskutiert werden sollten. So stand diesmal die Frage im Mittelpunkt, wie denn das Building Information Modeling -BIM- zukünftig die Aufgaben des Einkäufers bzw. die [...]

ebodenmueller 17:04

Am 23. November 2017 fand die 5. Sitzung des offenen Erfahrungsaustausches zum Baueinkauf statt. Wie bei allen BWI-Bau-Erfahrungsaustauschen üblich, bestimmen die Teilnehmer selbst über die Themen, die bei der nächsten Sitzung diskutiert werden sollten. So stand diesmal die Frage im Mittelpunkt, wie denn das Building Information Modeling -BIM- zukünftig die Aufgaben des Einkäufers bzw. die Prozesse im Baueinkauf beeinflussen wird.

Da wir zu den gewünschten Themen immer einen kompetenten Ansprechpartner einladen, der in einem kurzen Statement quasi den Bogen über das Thema spannt und diskussionsfördernde Thesen formuliert, hatten wir auch diesmal einen Fachmann zu Gast: Sven Springweiler B.Eng., TGA-Ingenieur, Projektleiter und BIM-Manager bei der Ingenieurgruppe Freiburg GmbH, berichtete aus seiner Sicht über die Methode BIM und seine bisherigen Erfahrungen. Diese resultieren aus mittlerweile 7 Jahren Umgang mit den entsprechenden Programmen, d. h., er hat die Methode von Anfang an selbst trainiert und erforscht, noch bevor sie unter dem Namen BIM populär wurde.

Mit seinem Vortrag hat er es geschafft, das Thema BIM auf gänzlich neue, aber gleichwohl wesentlich praxisorientiertere Art in den Köpfen der Teilnehmer zu verankern, als man es heute z. T. von BIM-Veranstaltungen gewohnt ist: Zunächst hat er sie reduziert auf das, was sie elementar macht, nämlich die zentrische Bereitstellung von Informationen zur gemeinsamen Nutzung zur optimierten Gestaltung des Informationsflusses.

Wenn man dann diejenigen hinzunimmt, die den Informationsfluss bestimmen, so sind hier für den Einkauf hauptsächlich die Hersteller und Lieferanten sowie die Nachunternehmer zu nennen. Der isolierte Projekteinkauf wird zunehmend an Gewicht verlieren, weil die Macht der Hersteller – als Lieferanten von Daten – in diesem System viel größer wird und deshalb über Rahmenverträge und Absatzvolumen entsprechende Größerordnungen aufgebaut werden müssen, um überhaupt Verhandlungsmasse zu haben. Zweitens wird auch der Baueinkauf sich viel stärker strategisch aufstellen müssen, wenn er seine Potenziale auch zukünftig wirksam im Unternehmen wahrnehmen will.

Damit war auch schon das Thema für das 6. Treffen des Erfahrungsaustausches Baueinkauf gefunden, nämlich die Frage, welche Möglichkeiten dem Baueinkauf offenstehen, sich strategisch zu positionieren. Sobald der Termin, voraussichtlich April/Mai 2018 feststeht, wird die Veranstaltung öffentlich ausgeschrieben.

Jeder, der Einkaufsaufgaben in Bauunternehmen wahrnimmt, kann in diesen Kreis einsteigen. Unter der fachkundigen Moderation unseres strategischen Kooperationspartners zum Einkauf, Dr. Philipp Harter, Gründungs-Partner von PrexPartners, Düsseldorf, und von CISA, Dipl.-Kfm. Sascha Wiehager, ab 1. Januar 2018 Geschäftsführer des BWI-Bau, diskutieren Einkäufer, Geschäftsführer, Technische und Kaufmännische Leiter, Projekteinkäufer sowie generell alle Personen, die in Bauunternehmen Einkaufsaufgaben wahrnehmen oder strategisch optimieren sollen/müssen/wollen, zu Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen.

Sie wollen dabei sein? Sprechen Sie uns an: Dipl.-Kfm. Elvira Bodenmüller, Projektleitung Erfa Baueinkauf

Networking: Deutscher Wohnbau Verbund

18

Okt

2016

Im Zuge des Ausbaus unserer Aktivitäten im Bereich Einkauf / Beschaffung in Bauunternehmen sowie über die Zusammenarbeit im Rahmen unseres Baufachwirte-Projektes und der Petersberger Strategietage haben sich auch Kontakte zum Deutschen Wohnbau Verbund ergeben. Seit Januar 2015 stärkt der Deutsche Wohnbau Verbund seine Partner mit vielseitigen und attraktiven Dienstleistungen in ihrer Leistungsfähigkeit. Als Tochter der [...]

ebodenmueller 13:17

Im Zuge des Ausbaus unserer Aktivitäten im Bereich Einkauf / Beschaffung in Bauunternehmen sowie über die Zusammenarbeit im Rahmen unseres Baufachwirte-Projektes und der Petersberger Strategietage haben sich auch Kontakte zum Deutschen Wohnbau Verbund ergeben.

Seit Januar 2015 stärkt der Deutsche Wohnbau Verbund seine Partner mit vielseitigen und attraktiven Dienstleistungen in ihrer Leistungsfähigkeit. Als Tochter der MHK Group, einem modernen Dienstleistungsunternehmen mit über 2.300 Handelspartnern, die einen Außenumsatz von 4,509 Mrd. Euro repräsentieren, profitieren die Mitglieder des Deutschen Wohnbau Verbundes von zahlreichen Synergien, zum Beispiel beim Einkauf. Durch die Umsatzbündelung hat der Deutsche Wohnbau Verbund im Markt eine Stärke erreicht, die beste Konditionen in den Bereichen Innenausbau, Baustoffe, Bauelemente, Küchen, Elektrogeräte, Möbel, Elektrotechnik, Sanitär, Heizung und Klima ermöglichen – ganz ohne Provision und Gebühren. Darüber hinaus genießen die Unternehmen durch die Teilnahme an der Zentralregulierung stets eine hohe Bonität bei allen Geschäftspartnern.

Damit sich die Partner in allen geschäftlichen Fragen richtig entscheiden können, steht ihnen der Deutsche Wohnbau Verbund außerdem mit einem breiten Dienstleistungsangebot zur Seite, das Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ebenso umfasst wie die IT, neue Medien, die Vermarktung oder die Weiterbildung.

Weitere Informationen zum Serviceverband für den Wohnbau finden Sie auf mhk.de.

Exzellenz in der Beschaffungsoptimierung: Wir zeigen, wie es geht

18

Mai

2016

Die Professionalisierung der Beschaffung ist in der Bauwirtschaft im Vergleich mit anderen Branchen spät in Angriff genommen worden. Erst in den letzten Jahren erkennt man in der Bauwirtschaft zunehmend das Potential, dass in der Beschaffung liegt. Gerade in einer Branche mit traditionell niedrigen Margen sind Einsparungen besonders wertvoll. Wir zeigen am 23. Juni 2016 in [...]

ebodenmueller 14:50

Die Professionalisierung der Beschaffung ist in der Bauwirtschaft im Vergleich mit anderen Branchen spät in Angriff genommen worden. Erst in den letzten Jahren erkennt man in der Bauwirtschaft zunehmend das Potential, dass in der Beschaffung liegt. Gerade in einer Branche mit traditionell niedrigen Margen sind Einsparungen besonders wertvoll. Wir zeigen am 23. Juni 2016 in Stockdorf bei München in Kooperation mit PrexPartners, wie es geht.

Dr. Phillip Harter rechnet vor: Hierbei sollte man bedenken, dass bei 3 % Marge ein zusätzlicher Umsatz von 33.000 € erwirtschaftet werden muss, um 1.000 € Gewinn zu erzielen. Im Verhältnis dazu fließt eine Einsparung von 1.000 € direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung. Somit ist die Optimierung des Einkaufs also deutlich schneller und effizienter als jede verkaufsfördernde Maßnahme.
Unternehmen profitieren von der Optimierung der Beschaffung durch den direkten Ergebnisbeitrag. Zudem stärken sie ihre Wettbewerbsposition in Ausschreibungen gegenüber Wettbewerbern, die ihren Beschaffungsprozess nicht optimiert haben, die Bündelungseffekte weniger effizient nutzen oder Rohstoffkostenentwicklungen weniger professionell begleiten.

Wichtig ist auch zu wissen, dass sich Investitionen in die Professionalisierung der Beschaffung meist bereits in weniger als einem Jahr amortisieren, so dass sie im Verhältnis zum Ertrag relativ wenig Kapital binden. Durch einen ganzheitlichen Ansatz und eine umfassende Schulung der mit Beschaffungsaufgaben betrauten Mitarbeiter lassen sich Einsparungen zudem über einen langen Zeitraum und projektübergreifend sicherstellen.

Zahlreiche Beratungsprojekte haben bewiesen, dass die Optimierung der Beschaffung in der gesamten Wertschöpfungsbreite und
–tiefe der Bauwirtschaft einen großen Mehrwert bietet. Das Optimierungspotential zeigt sich dabei sowohl bei Generalisten im Bauhauptgewerbe über Spezialisten bis hin zu Produzenten von Bauprodukten, vom klassischen Familienunternehmen bis zum international tätigen Baukonzern.

Rechtssichere Archivierung im Einkauf bei Nutzung digitaler Medien

7

Mrz

2016

In den 80er Jahren war das papierlose Büro scheinbar zum Greifen nah, Ende der 90er Jahre etablierten sich zahlreiche Hersteller von sogenannten Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Die Potentiale waren schnell ausgemacht: Optimierung mittels kombinierter Systeme, Kosteneinsparungen und Wachstumsmöglichkeiten. Aus DMS wurden Workflow-Management-Systeme und Content-Management-Systeme. Durch die Vernetzung, vor allem über das Internet, erfolgte eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse [...]

ebodenmueller 16:23

In den 80er Jahren war das papierlose Büro scheinbar zum Greifen nah, Ende der 90er Jahre etablierten sich zahlreiche Hersteller von sogenannten Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Die Potentiale waren schnell ausgemacht: Optimierung mittels kombinierter Systeme, Kosteneinsparungen und Wachstumsmöglichkeiten. Aus DMS wurden Workflow-Management-Systeme und Content-Management-Systeme. Durch die Vernetzung, vor allem über das Internet, erfolgte eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse und somit auch der Archivierung.
Im Jahr 2000 erkannte auch der Staat zusätzlichen Reglungsbedarf und schuf neben den 1995 erlassenen GoBS (Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführungssysteme) die GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen).
In der Wirtschaft wurde erstens die Tragweite dieser Grundsätze unterschätzt und zweitens konnte der Gesetzgeber die schnelle Entwicklung im IT-Sektor ebenfalls nicht in vollem Umfang antizipieren.
Dies hat sich nun geändert: Auch der Staat hat realisiert, dass die Reglungen zur Ordnungsmäßigkeit bei IT-Systemen (hier Hard- und Software) stringenter befolgt werden müssen. Konsequenz: 2014 wurde das Konglomerat aus unterschiedlichen Bestimmungen und BMF-Schreiben zu den neuen GoBD verdichtet (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff).

Zu welchen Problemen dies führen kann, verdeutlicht unser Ressortleiter für ITg-gestützte Geschäftsmodelle, Dipl.-Kfm. Sascha Wiehager (CISA), gerne an folgendem Beispiel aus dem Einkauf:
Ausgangslage
Der Einzelunternehmer Ronald R. führt das digitale Belegwesen ein. Auf der Einkaufs-/Verkaufsseite nutzt er das sog. Zugferd-Verfahren zur Datenübermittlung. Die Rechnungen werden mittels spezieller Schnittstellen in das ERP-Programm (Enterprise-Ressource-Program, enthält unter anderem die FiBu) des Unternehmens eingelesen. Dabei fällt nicht auf, dass § 14 UStG nicht komplett erfüllt wird. D. h., wesentliche Bestandteile einer Rechnung sind auf den Eingangsrechnungen nicht enthalten.

Handlungsablauf
1. Die Buchhalterin Britta B. bewahrt die Protokolle zum Einspielvorgang (mehr als 10 Jahre lang) auf.

2. Nach 3 Jahren stellt das Unternehmen auf eine neue Software um. In der Finanzbuchhaltung und im Kontokorrent werden nur Salden übernommen. Das Altsystem wird mit den Inhalten außer Dienst gestellt. Die Migration auf das Neusystem erfolgt mittels einer einfachen Saldenübernahme.

3. Zur Vereinfachung des Datenaustauschs nutzt der Unternehmer die Cloud-Lösung eines US-amerikanischen  Konzerns. Die Daten zu den elektronischen Rechnungen werden nicht im Unternehmen gesichert. Nach 10 Jahren werden die Rechnungsdaten in der Cloud gelöscht.

Konsequenzen
1)    Die Firma Rumshackle verliert aufgrund der fehlenden Informationen gem. § 14 UStG die Berechtigung zum Vorsteuerabzug.
2)    Eine Archivierung im Ausland ist handelsrechtlich zwar unbedenklich, aber: Steuerrechtlich steht einem exterritorialem Server der § 146 Abs. 2 AO entgegen. Bücher und Aufzeichnungen dürfen demnach nur in Deutschland aufbewahrt werden. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung der Behörden (§ 146 Abs. 2a AO).
3)    Außerdem ist die Verdichtung der Daten nicht zulässig (GoBD, Tz 125 ff.).
4)    Auch die Aufbewahrung der Protokolle genügt nicht. Diese sind zwar ebenfalls zu archivieren. Die Protokolle belegen in der Regel jedoch nur die Vollständigkeit. Generell kann je nach Art des Protokolls der ein oder andere Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung erfüllt sein, zumeist allerdings nicht alle.
5)    Die Löschung der Exportdaten bzw. der Basisdaten auf dem Server in den USA: Die Daten müssen in der Regel länger als 10 Jahre aufbewahrt werden. Wer Unternehmen ohne weitere Informationen eine Datenvernichtung nach 10 Jahren empfiehlt, handelt grob fahrlässig. Denn diese Frist kann durch unterschiedliche Gründe (vgl. § 147 Abs. 3 AO) verlängert werden. Zudem kommt es darauf an, wann diese Frist zu laufen beginnt.
6)    Eine Migration darf nicht die Möglichkeit der Finanzverwaltung einschränken, eine Prüfung der Massendaten durchzuführen (so wie diese z.B. im Altsystem möglich gewesen wäre). Hier besteht ein Unterschied zu den vor 2014 gültigen GoBS. In den 1995 erschienenen GoBS war es erforderlich, dass Altsystem auf jeden Fall weiter zu betreiben (vgl. GoBS Tz. 5.4). Bei großen AS 400-Anlagen (o. ä.) konnten so schon einmal Platzprobleme auftreten oder Probleme durch eine doppelte Infrastruktur (mit jeweils entsprechenden Datensicherheitsaspekten). Aber auch nach den neuen GoBD dürfen die Altsysteme nur abgeschaltet werden, wenn eine Auswertbarkeit im selben Stil wie auf dem Altsystem möglich ist, vgl. GoBD Tz. 142 ff. Die Saldenübernahme verhindert somit die Möglichkeit der Abschaltung.

Im vorstehenden Beispiel haben wir nur über die elektronischen Eingangsrechnungen gesprochen. Bei Ausgangsrechnungen sind Fälle denkbar, bei denen z. B. die Rechnung im PDF-Format nicht der beigefügten elektronischen (verarbeitungsfähigen) Rechnung entspricht  – seitens der Finanzverwaltung könnte so eine zweite Rechnung angenommen werden. Mit der Konsequenz, dass Sie die Umsatzsteuer gleich zweimal abführen dürfen!

Zum Thema Datenmanagement im Einkauf findet am 20. April 2016 ein Erfahrungsaustausch Einkauf statt, an dem Ihnen auch Sascha Wiehager für Nachfragen und Diskussionen gerne zur Verfügung steht.

Optimimierung der Beschaffungsstrategien im Bauunternehmen

11

Feb

2015

Im Zuge des trotz wachsenden Bauvolumens ungehinderten Preiswettbewerbs stehen die Bauunternehmen unter einem enormen Kostendruck. Da gleichzeitig die Grenzen zur Kostensenkung durch immer billigere Arbeitskräfte ebenfalls immer enger gezogen werden, rücken andere Aufgabenbereiche wieder verstärkt ins unternehmerische Blickfeld. Ein hier besonders interessanter Bereich ist der Einkauf. Deshalb bieten wir schon seit mehreren Jahren vestärkt Seminare [...]

ebodenmueller 13:54

Im Zuge des trotz wachsenden Bauvolumens ungehinderten Preiswettbewerbs stehen die Bauunternehmen unter einem enormen Kostendruck. Da gleichzeitig die Grenzen zur Kostensenkung durch immer billigere Arbeitskräfte ebenfalls immer enger gezogen werden, rücken andere Aufgabenbereiche wieder verstärkt ins unternehmerische Blickfeld.

Ein hier besonders interessanter Bereich ist der Einkauf. Deshalb bieten wir schon seit mehreren Jahren vestärkt Seminare zu diesem Themenfeld an und setzen gerade in diesem Frühjahr einen besonderen Schwerpunkt:

1. Am 4. März 2015 schauen wir uns in einem Tagesseminar die Wertschöpfungspotenziale im Einkauf genauer an, und zwar in Abhängigkeit von der jeweils zugrunde liegenden Einkaufsstrategie: Isolierter Projekteinkauf – Projektübergreifender Einkauf – Strategischer Einkauf als Unterziel einer mittelfristigen Unternehmensplanung. Interessenten können dieses Seminar im Doppelpack buchen, und zwar mit der Veranstaltung am 3. März 2015 zu Rechtsfragen für Einkäufer.

2. Am 14. März 2015 zeigen wir im Rahmen der Petersberger Strategietage 2015 auf, wie Beschaffungsstrategien zukunftsorientiert aufgestellt werden können. Hier profitieren wir von den Erfahrungen des Leiters Strategischer Einkauf der BAM Deutschland AG, Dipl.-Ing. Alexander Schroeder, MBA.

3. Am 22. April starten wir einen zeitlich befristeten Arbeitskreis, in dem wir uns insbesondere mit den Möglichkeiten in der Nutzung der neuen Medien für den Baueinkauf befassen, angefangen von Auktionen über verschiedene Plattformen bis hin zu den Voraussetzungen eines elektroninschen Beschaffungsprozesses. Nähere Informationen hierzu stellen wir ab Anfang März ins Internet. Hier bleiben Sie mit dem Abo unseres Newsletters übrigens immer auf dem Laufenden.

Neu! Internet und e-Procurement im Baueinkauf

6

Dez

2013

Wir bauen unsere Spezialseminare zum Baueinkauf weiter aus: Zusammen mit unserem Spezialisten Mario Büsch – seines Zeichens sowohl Diplom-Ingenieur als auch mit einem betriebswirtschaftlichen MBA-Abschluss gerüstet – bieten wir am 12. Februar 2014 in Düsseldorf ein Seminar an, in dem sich alles um die Nutzung neuer Medien im Baueinkauf dreht. Alle Fach- und Führungskräfte in [...]

ebodenmueller 11:44

Wir bauen unsere Spezialseminare zum Baueinkauf weiter aus:

Zusammen mit unserem Spezialisten Mario Büsch – seines Zeichens sowohl Diplom-Ingenieur als auch mit einem betriebswirtschaftlichen MBA-Abschluss gerüstet – bieten wir am 12. Februar 2014 in Düsseldorf ein Seminar an, in dem sich alles um die Nutzung neuer Medien im Baueinkauf dreht.

Alle Fach- und Führungskräfte in Bauunternehmen, die Geschäftsführungs-, kaufmännische- oder Einkaufsaufgaben wahrnehmen, und eine Professionalisierung und Prozessverbesserung der Beschaffung  anstreben, sind angesprochen, sich über die Potentiale der Internetnutzung und der elektronisch unterstützten Beschaffungsprozesse zu informieren.

So wie in anderen Bereichen die elektronische Kommunikation nicht mehr wegzudenken ist (z. B. Vergabeplattformen / Bauabrechnung / Aufmaßerstellung etc.), wird auch der Beschaffungsbereich zunehmend mit dieser Materie konfrontiert.

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Einkauf im Baubetrieb: Neuer Termin am 27. November 2013

29

Aug

2013

Unser Spezialseminar mit Mario Büsch zum Einkauf als Wertbringer im Baubetrieb müssen wir aus organisatorischen Gründen verschieben. Das Seminar findet nun am 27. November 2013 in Düsseldorf statt. Insbesondere alle diejenigen Führungskräfte in Bauunternehmen, die auch strategische Einkaufsentscheidungen treffen müssen und daran interessiert sind, den Einkauf generell innerhalb der unternehmensinternen Wertschöpfungskette neu aufzustellen, sind in [...]

ebodenmueller 08:18

Unser Spezialseminar mit Mario Büsch zum Einkauf als Wertbringer im Baubetrieb müssen wir aus organisatorischen Gründen verschieben. Das Seminar findet nun am 27. November 2013 in Düsseldorf statt.

Insbesondere alle diejenigen Führungskräfte in Bauunternehmen, die auch strategische Einkaufsentscheidungen treffen müssen und daran interessiert sind, den Einkauf generell innerhalb der unternehmensinternen Wertschöpfungskette neu aufzustellen, sind in diesem Seminar genau richtig.

Unser Referent überzeugt durch seine in langjähriger eigener Einkaufsverantwortung sowohl in der Linie als auch aus der Beratung heraus. Auch Bauunternehmen haben bereits erfolgreich auf sein Know-how zurückgegriffen.

Lassen auch Sie sich von den Möglichkeiten überzeugen, wie Ihre Einkaufsstrategie optimiert werden kann.

 

Wie optimiere ich den Einkauf?

5

Dez

2012

Im Rahmen des BWI-Bau-Seminars zur Steigerung der Wertschöpfung im Projekteinkauf zeigen wir auf, wie man eine strategisch ausgerichtete Unternehmensplanung auf einen einzelnen Bereich herunterbricht. Eines wird dabei immer wieder deutlich: Bevor gesamtstrategische Überlegungen und Entscheidungen überhaupt greifen können, müssen auch organisatorische Konsequenzen gezogen werden. Hierzu sind jedoch viele Unternehmen erst viel zu spät bereit, nämlich [...]

ebodenmueller 10:15

Im Rahmen des BWI-Bau-Seminars zur Steigerung der Wertschöpfung im Projekteinkauf zeigen wir auf, wie man eine strategisch ausgerichtete Unternehmensplanung auf einen einzelnen Bereich herunterbricht.

Eines wird dabei immer wieder deutlich: Bevor gesamtstrategische Überlegungen und Entscheidungen überhaupt greifen können, müssen auch organisatorische Konsequenzen gezogen werden. Hierzu sind jedoch viele Unternehmen erst viel zu spät bereit, nämlich erst dann, wenn ihre Liquidität verbraucht ist und die Insolvenz naht.

Eine Loslösung vom isoliert projektbezogenen und Hinwendung zu einem mehr strategisch orientierten Einkauf in Bauunternehmen gelingt nur mit einer soliden Informationsbasis aus dem Rechnungswesen des Unternehmens, in dem die relevanten Einkaufspositionen z. B. über die letzten drei Jahre summiert werden.

Da diese Aufgabe im normalen Arbeitsalltag vieler mittelständischer Bauunternehmen oftmals schon die Kapazitäten übersteigt, rät unser Referent, Mario Büsch, dies als eine hervorragende Gelegenheit zu nutzen, studentische Praktikanten zu gewinnen und somit auch Kontakte zu knüpfen, die bei der zukünftig zu erwartenden Fachkräftelücke durchaus positive Nebeneffekte entwickeln kann.

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Aus aktuellem Anlass: Bauportal der Bauindustrie NRW

19

Jun

2012

Seit Anfang Juni 2012 ist das neue Intranet der Bauindustrie NRW online, in dessen Bauportal die Mitglieder des Bauindustrieverbandes individuell und personenbezogen diejenigen Informationen abrufen können, die sie interessieren. Die Meldungen des BWI-Bau erhält man in der Kategorie “Baubetriebswirtschaft” sowie ggf. unter den Schlagworten Berufsbildung, Arbeitsgemeinschaften oder Baurecht. Alle Nutzer, die auch weiterhin die Informationen [...]

ebodenmueller 12:07

Seit Anfang Juni 2012 ist das neue Intranet der Bauindustrie NRW online, in dessen Bauportal die Mitglieder des Bauindustrieverbandes individuell und personenbezogen diejenigen Informationen abrufen können, die sie interessieren.

Die Meldungen des BWI-Bau erhält man in der Kategorie “Baubetriebswirtschaft” sowie ggf. unter den Schlagworten Berufsbildung, Arbeitsgemeinschaften oder Baurecht. Alle Nutzer, die auch weiterhin die Informationen aus unserem Hause auf diesem Wege erhalten wollen, sollten deshalb die Kategorie “Baubetriebswirtschaft” abonnieren.7

Wenn Sie unabhängig davon, ob Ihr Unternehmen Mitglied des Bauindustrieverbandes NRW ist, die aktuellen Meldungen des BWI-Bau erhalten wollen, ohne selbst aktiv werden zu müssen, empfehlen wir Ihnen den BWI-Bau-Newsletter mit den beiden Kategorien “Weiterbildung” und “Information”, die jeweils im zweiwöchigen Wechsel versandt werden.

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