Kennen Sie die Risikomühle? Oder anders gefragt: Wie identifiziert man ein echtes Risiko?

28

Apr

2018

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit damit, ein Risk-Management-System einzuführen oder ihr bestehendes System in Richtung operationaler Risiken, Risiken aus Prozessen, Personen, Technik sowie externen Einflüssen, zu erweitern. Die ISO 31000 ist hierfür ein guter Leitfaden. Nach ihr ist eine Einführung gut strukturiert möglich, standardisiert durchführbar und somit kein Hexenwerk mehr. Umso mehr verwundert es, dass [...]

ebodenmueller 08:27

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit damit, ein Risk-Management-System einzuführen oder ihr bestehendes System in Richtung operationaler Risiken, Risiken aus Prozessen, Personen, Technik sowie externen Einflüssen, zu erweitern. Die ISO 31000 ist hierfür ein guter Leitfaden. Nach ihr ist eine Einführung gut strukturiert möglich, standardisiert durchführbar und somit kein Hexenwerk mehr.

Umso mehr verwundert es, dass es manchen Unternehmen schwer fällt, ein aktiv gelebtes und aktuelles Risikoinventar zu etablieren, mit Risiken, die aktuell identifiziert, realistisch bewertet und steuerbar sind sowie schrittweise minimiert werden.
Ein Grund mag sein, dass die eingesetzten Systeme eher eine Alibifunktion erfüllen und zur Befriedigung regulatorischer Anforderungen benutzt werden. Oftmals werden Risk-Management-Systeme aber auch zunächst mit viel Elan gestartet, um dann, einige Monate später, mit gleicher Geschwindigkeit zurückgeschraubt zu werden, weil die Risiken, die in das System eingepflegt wurden,  zu Dauermeldungen verkommen, nicht mehr regelmäßig aktualisiert werden oder weil sie seit der Aufnahme unverändert ohne eingeleitete Gegenmaßnahmen “in der Luft” hängen.

Im Extremfall wird das Risikoinventar ein Kummerkasten für Mitarbeiter, die nicht mehr wissen, wohin mit Ihren Sorgen. Beispielhafte Risikomeldungen aus solchen Systemen können dann sein:
1. Eine mangelhafte Projektplanung verursacht Folgekosten.
2. Es entstehen IT-Sicherheitslücken durch fehlenden Kauf der Software xy.
3. Personalausfall kann zu Verzögerungen im Projekt führen.
4. Die neue Baustelle auf der Autobahnbrücke kann zu Verzögerungen im Lieferprozess führen.
5. Das Kantinenessen ist ein einziges Risiko.
6. Unser First-Level-Support ist ein Risiko, da erreiche ich nie jemanden.

Nehmen wir das einmal das zweite Beispiel des fehlenden Software-Kaufs. Schaut man sich dieses “Risiko” einmal genauer an, stellt man schnell fest, dass es sich hier gar nicht um ein echtes Risiko handelt! Zunächst einmal ist das Ereignis bereits aufgetreten, liegt also in der Gegenwart. Risiken liegen immer in der Zukunft. Das wahre Risiko bzw. vielmehr die Risiken sind: “Produktionsausfälle …” oder “Erpressbarkeit aufgrund einer Attacke auf die IT-Systeme von außen.” Das Fehlen der Software ist demnach eine fehlende Gegenmaßnahme gegen das eigentliche Risiko. Und vor allem: Es ist nur eine von mehreren möglichen Gegenmaßnahmen. Eventuell gibt es organisatorische, prozessuale, strukturelle Lösungen oder noch andere Softwarepakete. Vielleicht liegen mögliche Maßnahmen auch in der Nutzung (oder Nicht-Nutzung) von Cloud-Systemen und weiteren, neuen Sicherheitsstufen. Somit liegt hier nur eine Information vor, aus der erst die eigentlichen Risiken extrahiert werden müssen.

Der Risikomelder gibt nicht die einzige Lösung vor, sondern wird zu einem Teil der Lösungsfindung.
Dieses Beispiel zeigt, wie eine falsch verstandene “Risikomeldung” den gesamten Risk-Management-Prozess aushebeln kann und letztendlich zu einer Blockierung des Prozesses führen können.

Frank Moritz, zertifizierter Auditor zur ISO 20000eit und seit 15 Jahren im den Themenfeldern Risikomanagement und Projektmanagement unterwegs, u. a. als Interim Manager, als Trainer und Coach hat unter dem Schlagwort “Die Risikomühle” ein Modell zur strukturierten Formulierung von Risiken entwickelt.

Bei den o. g. Beispielen für Risikomeldungen handelt es sich bei genauerem Hinsehen z. B. um etwas anders formulierte Schäden (Beispiele 1 und 5), globale Allgemeinplätze (Beispiel 3), Meldungen, die außerhalb des Einflussbereichs des Risk Managements liegen (Beispiel 4) etc.

Um aus den “Risikomeldungen” die echten Risiken herauszuarbeiten, hat sich in der Praxis ein Tool bewährt, dass durch die richtigen Fragestellungen die relevanten Daten aus der Risikomeldung zieht und für den Risikomanagement-Prozess vorbereitet: Wie in einer Mühle werden die Risikomeldungen als “Körner” in den Trichter gefüllt und dann in sechs Schritten so lange “gemahlen”, bis klar ist, ob, und wenn ja, welche Risiken sich in der Risikomeldung tatsächlich verbergen. Wie diese 6 Schritte im Einzelnen aussehen, erfahren Sie hier.

In diese Risikomühle werden Ad-hoc-Risiko-Meldungen genauso eingefüllt wie Risiken aus dem Reporting. Alle Risikomelder sollten darüber hinaus die 6 Schritte der Risikomühle kennen, damit sie eine sinnvolle Vorauswahl treffen und somit auch den Zeitbedarf für die weitere Analyse reduzieren zu können. Im Risk Management-Prozess ist die Risikomühle somit ein zentrales Tool der Risikoanalyse.

Ihr Ansprechpartner für Risikomanagement im BWI-Bau: Dipl.-Kfm. Sascha Wiehager, CISA

Erforderliche Nachweise für rechtskonforme Unternehmen und vieles mehr: Praktikertagung 2017 der SOKA BAU

29

Jun

2017

Am 14. Juni 2017 fand in Wiesbaden die Praktikertagung 2017 der SOKA BAU statt. Unter dem Generalthema „Finanzielles Risikomanagement in der Bauwirtschaft – Moderner Umgang mit Risikopotenzialen“ wurden Möglichkeiten des Risikotransfers sowie der Risikoprävention in den Schwerpunkten Personalwirtschaft und Projektmanagement vorgestellt und diskutiert. Gregor Asshoff, Vorstandsmitglied von SOKA-BAU, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass gerade in [...]

ebodenmueller 10:23

Am 14. Juni 2017 fand in Wiesbaden die Praktikertagung 2017 der SOKA BAU statt. Unter dem Generalthema „Finanzielles Risikomanagement in der Bauwirtschaft – Moderner Umgang mit Risikopotenzialen“ wurden Möglichkeiten des Risikotransfers sowie der Risikoprävention in den Schwerpunkten Personalwirtschaft und Projektmanagement vorgestellt und diskutiert.

Gregor Asshoff, Vorstandsmitglied von SOKA-BAU, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass gerade in der Bauwirtschaft Risiken besonders ausgeprägt seien. Ziel der Praktikertagung sei es, unternehmerische Risiken aufzuzeigen und neue Impulse im Umgang mit Risiken zu setzen.

Jan Völker, Head of Legal Northern Europe Region bei der Coface Kreditversicherung, stellte das aktuelle Insolvenzanfechtungsrecht vor. Dabei sensibilisierte er auch für das Sichtbarwerden von Krisen, die einer Insolvenz vorausgehen können, und stellte mögliche Vermeidungsstrategien vor. So plädierte er z. B. dafür, bei sich abzeichnenden Krisen mit einem betroffenen Unternehmen nur noch Bargeschäfte (Zug um Zug) vorzunehmen, inkongruente Zahlungen zu vermeiden und entsprechende Sicherungs-vereinbarungen vorzunehmen, Maßnahmen, wie wir sie auch im Rahmen unserer Kooperation mit Buchalik Brömmekamp bei der Beratung von insolvenzbedrohten Unternehmen im Blick haben.

Die Vor- und Nachteile von Bankbürgschaften und Kautionsversicherungen stellte Stephan Kahlenberg, Key Account Manager bei Willis Towers Watson Versicherungsmakler GmbH, vor. In Deutschland werde 75 % des Bürgschaftsgeschäfts durch Banken und 25 % durch Versicherer getätigt, wobei beide Lösungen Vor- und Nachteile hätten. Mit diesem Thema befassen wir uns ebenfalls, und zwar am 9. November 2017 bei unserem Seminar “Bankbürgschaften / Kautionsversicherungen” in Düsseldorf.

Wie das Nachunternehmermanagement idealerweise ausgeprägt sein sollte, stellte Bernd C. Gruenenthal, Leiter Nachunternehmermanagement bei der WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG, sehr anschaulich dar. Durch eine simple Erstprüfung der Kontaktdaten bzw. der angegeben Adresse über das Internet könnten schon zahlreiche schwarze Schafe aussortiert werden. WOLFF & MÜLLER führt in der Bewerbungsphase aber auch Standortüberprüfungen vor Ort im In- und Ausland durch, um seriöse Geschäftspartner von unseriösen Anbietern maßgeblich unterscheiden zu können. „In der Ausführungsphase setzen wir nur Nachunternehmer ein, die plausible und qualifizierte Bescheinigungen von Behörden und Einzugsstellen, wie zum Beispiel von SOKA-BAU, Berufsgenossenschaften, Sozialversicherungseinzugsstellen und Finanzbehörden vorweisen können“, so Gruenenthal. Das von WOLFF & MÜLLER erarbeitete Prüfsystem gegen Wettbewerbsverzerrungen und Schwarzarbeit wurde international zertifiziert und mit der Bezeichnung „PRÄVENTIV & NACHHALTIG“ ausgezeichnet. Das Zertifikat steht für ein vorbildliches Nachunternehmermanagement. Unter dem Titel “Ready to go” hat WOLFF & MÜLLER sogar ein kleines Heft herausgebracht, dass allen Betroffenen ausgehändigt wird und das Sie sich – mit freundlicher Genehmigung durch WOLFF & MÜLLER – auf unseren Internetseiten downloaden können.

Passend hierzu findet im BWI-Bau soeben die Aktualisierung des Kaufmännischen Briefes der BFA Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz im HDB zu “Behörden auf der Baustelle” statt.

Abgerundet wurden diese Themen durch weitere Vorträge, z. B. berichtete Prof. Dr. R.-P. Oepen, Geschäftsführer des BWI-Bau, unter dem Titel Vergabe und Bauausführung darüber, wie man Projektrisiken erkennt, bewertet und steuert.

Insgesamt war die Praktikertagung 2017 eine rundum gelungene Veranstaltung, insbesondere auch in der Vortrags-Kombination zahlreicher Unternehmensvertreter mit SOKA BAU-Mitarbeitern.

20 Millionen Euro: Warum Sie diese Zahl interessieren sollte!

23

Jan

2017

Für einige Unternehmer ist sie ein Damoklesschwert, für die meisten schlicht eine große Unbekannte, in jedem Fall ist sie in aller Munde: Die neue Datenschutzgrundverordnung. Doch welche Neuerungen bringt die vieldiskutierte Reform des europäischen Datenschutzrechts tatsächlich? Für Unternehmer ist hier vor allen Dingen eine Zahl entscheidend: Ab Mitte 2018 können 20 Millionen Euro an Bußgeldern [...]

ebodenmueller 10:57

Für einige Unternehmer ist sie ein Damoklesschwert, für die meisten schlicht eine große Unbekannte, in jedem Fall ist sie in aller Munde: Die neue Datenschutzgrundverordnung. Doch welche Neuerungen bringt die vieldiskutierte Reform des europäischen Datenschutzrechts tatsächlich?

Für Unternehmer ist hier vor allen Dingen eine Zahl entscheidend:

Ab Mitte 2018 können 20 Millionen Euro an Bußgeldern gegen Unternehmen verhängt werden, die sich nicht an die neuen Regelungen halten. Alternativ können sogar 4 % des weltweiten Jahresumsatzes eingefordert werden, sollte diese Zahl höher ausfallen.

Die meisten großen Unternehmen haben angesichts dieses Risikos bereits begonnen, juristische Expertise einzuholen, um sich entsprechend vorzubereiten.
Aber auch kleine und mittelständische Betriebe sollten sich alsbald Gedanken über eine Risikovorsorge machen.

Es wäre ein dramatischer Irrtum, in der DS-GVO nur wieder irgendeine europäische Richtlinie mit ungewiss langer Umsetzung zu sehen. Dies resultiert bereits aus dem Begriff bzw. der Rechtsnatur einer Grundverordnung:
Im Vergleich zur bisher geltenden Richtlinie ist eine Grundverordnung unmittelbar und ohne weiteren Umsetzungsakt in Deutschland anwendbar. Das bedeutet, dass sie in Deutschland gleichberechtigt zu allen anderen Gesetzen zu beachten ist.
Das deutsche BDSG wird nur noch dann von Belang sein, wenn sein Schutz weiter geht als die Best-immungen des europäischen Klauselwerkes.

Inhaltlich werden Forderungen umgesetzt, die Datenschützer schon seit Jahren stellen, wie uns Christopher Kunke, Rechtsanwalt aus Düsseldorf, erklärt:

Zum Beispiel werden sich auch Unternehmer in Zukunft mit klangvollen Begriffen wie etwa “Privacy by Design” auseinander setzen müssen, d. h. mit “Datenschutz durch Technik”:

Bereits bei der Entwicklung und der Installation von Systemen zur Datenspeicherung muss der Schutz der Betroffenen berücksichtigt werden.
Wer also beispielsweise grenzüberschreitende Projekte betreibt und zwecks einer besseren Vernetzung Arbeitnehmerdaten von seinen polnischen Maurern und seinen deutschen Gerüstbauern für alle beteiligten Firmen in einer Cloud abrufbar halten will, muss ein System zur Verfügung zu stellen, das nur das wirklich Erforderliche abfragt und die gesammelten Daten in technischer Hinsicht bestmöglich sichert.
Die Betroffenen müssen über die Datenspeicherung in präziser, transparenter, einfacher und leicht zugänglicher Form und in einer leicht verständlichen Sprache informiert werden. Sollten trotz bester Sicherung doch einmal Daten entwendet werden, besteht zudem – und auch das ist neu – eine Meldepflicht bei der zuständigen Behörde für den “Einbruch”.

Auf die Geschäftsführung kommen zudem weitere Dokumentationspflichten zur Einhaltung der neuen Datenschutzstandards zu. Welche Pflichten sich darüber hinaus noch ergeben können, hängt vom unternehmerischen Einzelfall ab. Im BWI-Bau steht Ihnen CISA, Dipl.-Kfm. Sascha Wiehager gerne für alle Fragen rund um die IT-gestützten Geschäftsprozesse zur Verfügung.

Neben den umfangreichen Pflichten ergeben sich aber auch Vereinfachungen:
So wird es in Zukunft nur noch eine federführende Aufsichtsbehörde geben, die sich anhand der Hauptniederlassung bestimmt. Weiterhin wird es in Europa endlich einen einheitlichen Datenschutz geben – wer diese Wettbewerbsgleichheit als Chance sieht und die neuen Herausforderungen zeitig angeht, kann hieraus sogar einen Wettbewerbsvorteil ziehen.

 

Wie gut ist Ihr Unternehmen versichert?

3

Jun

2016

Versicherungen sind ein erprobtes Instrument zur Risikominderung – wenn sie richtig abgeschlossen wurden! Versicherungen sind gerade im Mittelstand ein oft leidiges Thema. Auf der einen Seite ist der Unternehmensführung klar, dass Versicherungen für unterschiedliche Bereiche des Betriebes notwendig sind. Auf der anderen Seite haben Versicherungen einen erheblichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen. Der Abschluss einer [...]

ebodenmueller 16:33

Versicherungen sind ein erprobtes Instrument zur Risikominderung – wenn sie richtig abgeschlossen wurden!

Versicherungen sind gerade im Mittelstand ein oft leidiges Thema. Auf der einen Seite ist der Unternehmensführung klar, dass Versicherungen für unterschiedliche Bereiche des Betriebes notwendig sind. Auf der anderen Seite haben Versicherungen einen erheblichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen.

Der Abschluss einer Versicherung ist sinnvoll, wenn:
1. eine Vielzahl gleichgerichteter Risiken besteht und
2. die Risikowahrscheinlichkeit weit genug von der 100-%-Marke entfernt ist, damit die Prämien bezahlbar bleiben.

Einerseits ermöglichen es Versicherungen dem Unternehmer, dass er sein Vermögensrisiko selbst gestalten kann (z. B. durch die Wahl unterschiedlicher Selbstbehalte etc.). Andererseits kann der Unternehmer die Risiken aus seiner Geschäftstätigkeit nun mit konkreten Werten in seine Kalkulation einbringen.

Die Komplexität des Themas Versicherung führt ähnlich wie beim Steuerrecht zu einer Art fatalistischer Einstellung, nach dem Motto: Ich verstehe es nicht – ich verlasse mich auf den Fachmann. Nur: Wer sitzt Ihnen als Fachmann gegenüber? Und noch viel wichtiger ist die Frage, ob dieser Fachmann Ihre Interessen höher gewichtet als ggf. seine eigenen Provisionsinteressen?

An dieser Stelle ist neben einer fachlichen Einschätzung auch eine gute Menschenkenntnis angezeigt. Denn genau wie bei Ihrem Steuerberater handelt es sich bei einem Versicherungsfachmann um eine Person, die im Zweifel über Ihre Existenz entscheidet. Eine falsche Entscheidung des Steuerberaters bei der Einkommensteuer belastet Sie genau wie eine fehlerhafte Betriebshaftpflichtversicherung, die im Zweifel nicht greift.

Um Risiken möglichst sicher eingrenzen zu können, sollte jeder Unternehmer zunächst seine Kernrisiken identifizieren. Hierzu bedarf es der Abstimmung Ihrer eigenen Risikoeinschätzungen mit dem Experten-Know-how des Versicherungspartners Ihres Vertrauens.

Wie wichtig dies ist, verdeutlicht Sascha Wiehager anhand der folgenden beiden Praxisbeispiele:

Risiko Architektenhaftpflicht
Wenn Sie einen Versicherungsfachmann nach einer Architektenhaftpflicht fragen, erhalten Sie natürlich ein Angebot und wahrscheinlich auch die Police. Sie wollen möglichst den gesamten Schaden abdecken. Aber: Der Eigenschaden ist nicht gedeckt bzw. auch niemals deckungsfähig. Hierbei handelt es sich aber um den weitaus größten Teil. Konsequenz: Sie verkalkulieren sich ggf. in Bezug auf Ihre eigene Risikoeinschätzung (denn Sie wollen das Risiko ja nicht selbst tragen) sowie bei der Kalkulation Ihrer Leistung (denn Ihre Preise decken das Projektrisiko nicht ab).

Risiko Unterversicherungsverzicht
Aufgrund einer fehlerhaften Wertangabe (z. B. bei einer Maschine) ist diese mit einem zu geringen Wert versichert, d. h. Sie sind unterversichert. Im Schadensfall würden Sie nur anteilig entschädigt (seitens der Versicherung). Der Versicherer könnte aber auf die Prüfung der Unterversicherung verzichten, allerdings nur, wenn Sie dies vertraglich geregelt haben.
In unserem Beispiel hat Unternehmer A eine Abbundanlage im Einsatz. Diese kostet 400 TEUR (dies entspricht der Versicherungssumme). Gleichzeitig stellt der Unternehmer A eine Maschine seines Großvaters auf dem Gelände des Unternehmens aus. Beide Maschinen fallen einem Großbrand zum Opfer. Die Maschine des Großvaters wird auf 100 TEUR geschätzt. A erhält nun nicht 400 TEUR sondern nur anteilig 80 % (also hier 320 TEUR). Auch A hat sich im Sinne des ersten Beispiels doppelt verkalkuliert.

Im ersten Beispiel hätten Sie durch Nachfragen das Risiko erkennen können.
Im zweiten Fall gestaltet sich das Nachfragen ohne Kenntnis der Rechtslage sehr schwierig bzw. es ist für einen Nicht-Versicherungsfachmann unmöglich.

Auf jeden Fall sollten Sie bei einem Abschluss von Policen mit einer größeren Tragweite neben einem Versicherungsfachmann auch einen Fachanwalt hinzuziehen. Als Jurist gleicht er nicht nur fehlende Kenntnisse auf Ihrer Seite aus, sondern kennt zudem auch Verwirkungsgründe, die im Nachgang zur Entziehung der Leistung der Versicherung führen können.
Darüber hinaus sollten Sie als Unternehmer auch darauf achten, dass die Versicherungsgesellschaft nicht selbst den Wert des Versicherungsgegenstands bestimmt. Da Unternehmensanwälte meist nicht die Richtigkeit der Deckungskonzepte bzw. die Angemessenheit der Versicherungssumme) in ihrem Leistungsspektrum anbieten, empfiehlt sich auch hier eine Funktionstrennung: Ein unabhängiger Gutachter sollte den zu versichernden Wert abschätzen.

Fazit: Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Abschluss von Policen in der Regel eine Managementaufgabe darstellt und schon aus dem unternehmerischen Eigeninteresse nur begrenzt delegiert werden kann/sollte.

Wenn Sie Ihr Know-how zum Thema Versicherungen schulen wollen, empfehlen wir Ihnen das BWI-Bau-Seminar “Versicherungen im Baubetrieb”, dass am 21. Juni 2016 in Düsseldorf stattfindet.

Rechtssichere Archivierung im Einkauf bei Nutzung digitaler Medien

7

Mrz

2016

In den 80er Jahren war das papierlose Büro scheinbar zum Greifen nah, Ende der 90er Jahre etablierten sich zahlreiche Hersteller von sogenannten Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Die Potentiale waren schnell ausgemacht: Optimierung mittels kombinierter Systeme, Kosteneinsparungen und Wachstumsmöglichkeiten. Aus DMS wurden Workflow-Management-Systeme und Content-Management-Systeme. Durch die Vernetzung, vor allem über das Internet, erfolgte eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse [...]

ebodenmueller 16:23

In den 80er Jahren war das papierlose Büro scheinbar zum Greifen nah, Ende der 90er Jahre etablierten sich zahlreiche Hersteller von sogenannten Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Die Potentiale waren schnell ausgemacht: Optimierung mittels kombinierter Systeme, Kosteneinsparungen und Wachstumsmöglichkeiten. Aus DMS wurden Workflow-Management-Systeme und Content-Management-Systeme. Durch die Vernetzung, vor allem über das Internet, erfolgte eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse und somit auch der Archivierung.
Im Jahr 2000 erkannte auch der Staat zusätzlichen Reglungsbedarf und schuf neben den 1995 erlassenen GoBS (Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführungssysteme) die GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen).
In der Wirtschaft wurde erstens die Tragweite dieser Grundsätze unterschätzt und zweitens konnte der Gesetzgeber die schnelle Entwicklung im IT-Sektor ebenfalls nicht in vollem Umfang antizipieren.
Dies hat sich nun geändert: Auch der Staat hat realisiert, dass die Reglungen zur Ordnungsmäßigkeit bei IT-Systemen (hier Hard- und Software) stringenter befolgt werden müssen. Konsequenz: 2014 wurde das Konglomerat aus unterschiedlichen Bestimmungen und BMF-Schreiben zu den neuen GoBD verdichtet (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff).

Zu welchen Problemen dies führen kann, verdeutlicht unser Ressortleiter für ITg-gestützte Geschäftsmodelle, Dipl.-Kfm. Sascha Wiehager (CISA), gerne an folgendem Beispiel aus dem Einkauf:
Ausgangslage
Der Einzelunternehmer Ronald R. führt das digitale Belegwesen ein. Auf der Einkaufs-/Verkaufsseite nutzt er das sog. Zugferd-Verfahren zur Datenübermittlung. Die Rechnungen werden mittels spezieller Schnittstellen in das ERP-Programm (Enterprise-Ressource-Program, enthält unter anderem die FiBu) des Unternehmens eingelesen. Dabei fällt nicht auf, dass § 14 UStG nicht komplett erfüllt wird. D. h., wesentliche Bestandteile einer Rechnung sind auf den Eingangsrechnungen nicht enthalten.

Handlungsablauf
1. Die Buchhalterin Britta B. bewahrt die Protokolle zum Einspielvorgang (mehr als 10 Jahre lang) auf.

2. Nach 3 Jahren stellt das Unternehmen auf eine neue Software um. In der Finanzbuchhaltung und im Kontokorrent werden nur Salden übernommen. Das Altsystem wird mit den Inhalten außer Dienst gestellt. Die Migration auf das Neusystem erfolgt mittels einer einfachen Saldenübernahme.

3. Zur Vereinfachung des Datenaustauschs nutzt der Unternehmer die Cloud-Lösung eines US-amerikanischen  Konzerns. Die Daten zu den elektronischen Rechnungen werden nicht im Unternehmen gesichert. Nach 10 Jahren werden die Rechnungsdaten in der Cloud gelöscht.

Konsequenzen
1)    Die Firma Rumshackle verliert aufgrund der fehlenden Informationen gem. § 14 UStG die Berechtigung zum Vorsteuerabzug.
2)    Eine Archivierung im Ausland ist handelsrechtlich zwar unbedenklich, aber: Steuerrechtlich steht einem exterritorialem Server der § 146 Abs. 2 AO entgegen. Bücher und Aufzeichnungen dürfen demnach nur in Deutschland aufbewahrt werden. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung der Behörden (§ 146 Abs. 2a AO).
3)    Außerdem ist die Verdichtung der Daten nicht zulässig (GoBD, Tz 125 ff.).
4)    Auch die Aufbewahrung der Protokolle genügt nicht. Diese sind zwar ebenfalls zu archivieren. Die Protokolle belegen in der Regel jedoch nur die Vollständigkeit. Generell kann je nach Art des Protokolls der ein oder andere Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung erfüllt sein, zumeist allerdings nicht alle.
5)    Die Löschung der Exportdaten bzw. der Basisdaten auf dem Server in den USA: Die Daten müssen in der Regel länger als 10 Jahre aufbewahrt werden. Wer Unternehmen ohne weitere Informationen eine Datenvernichtung nach 10 Jahren empfiehlt, handelt grob fahrlässig. Denn diese Frist kann durch unterschiedliche Gründe (vgl. § 147 Abs. 3 AO) verlängert werden. Zudem kommt es darauf an, wann diese Frist zu laufen beginnt.
6)    Eine Migration darf nicht die Möglichkeit der Finanzverwaltung einschränken, eine Prüfung der Massendaten durchzuführen (so wie diese z.B. im Altsystem möglich gewesen wäre). Hier besteht ein Unterschied zu den vor 2014 gültigen GoBS. In den 1995 erschienenen GoBS war es erforderlich, dass Altsystem auf jeden Fall weiter zu betreiben (vgl. GoBS Tz. 5.4). Bei großen AS 400-Anlagen (o. ä.) konnten so schon einmal Platzprobleme auftreten oder Probleme durch eine doppelte Infrastruktur (mit jeweils entsprechenden Datensicherheitsaspekten). Aber auch nach den neuen GoBD dürfen die Altsysteme nur abgeschaltet werden, wenn eine Auswertbarkeit im selben Stil wie auf dem Altsystem möglich ist, vgl. GoBD Tz. 142 ff. Die Saldenübernahme verhindert somit die Möglichkeit der Abschaltung.

Im vorstehenden Beispiel haben wir nur über die elektronischen Eingangsrechnungen gesprochen. Bei Ausgangsrechnungen sind Fälle denkbar, bei denen z. B. die Rechnung im PDF-Format nicht der beigefügten elektronischen (verarbeitungsfähigen) Rechnung entspricht  – seitens der Finanzverwaltung könnte so eine zweite Rechnung angenommen werden. Mit der Konsequenz, dass Sie die Umsatzsteuer gleich zweimal abführen dürfen!

Zum Thema Datenmanagement im Einkauf findet am 20. April 2016 ein Erfahrungsaustausch Einkauf statt, an dem Ihnen auch Sascha Wiehager für Nachfragen und Diskussionen gerne zur Verfügung steht.

Sanieren unter Insolvenzschutz: Das Bauunternehmen dem Bauunternehmer

28

Mai

2015

Seit dem 1. März 2012 ist das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in Kraft getreten. Zielsetzung war, die Sanierungschancen in Deutschland zu verbessern, Schuldner und Gläubiger in den Sanierungsprozess gleichermaßen einzubeziehen, allen Beteiligten eine größere Planungssicherheit hinsichtlich des Verfahrensablaufs zu geben sowie das Insolvenzplanverfahren zu fördern. Erfreulicherweise einmal ein ausgesprochen erfolgreiches [...]

ebodenmueller 12:58

Seit dem 1. März 2012 ist das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in Kraft getreten. Zielsetzung war, die Sanierungschancen in Deutschland zu verbessern, Schuldner und Gläubiger in den Sanierungsprozess gleichermaßen einzubeziehen, allen Beteiligten eine größere Planungssicherheit hinsichtlich des Verfahrensablaufs zu geben sowie das Insolvenzplanverfahren zu fördern.

Sanieren unter InsolvenzschutzErfreulicherweise einmal ein ausgesprochen erfolgreiches Gesetz, wie sich in der Zwischenzeit gezeigt hat: Während bei Regelinsolvenzverfahren die meisten Unternehmen nicht mehr existieren, sondern liquidiert worden sind, sieht das Bild bei einer Sanierung unter Insolvenzschutz gänzlich anders aus: Hier steht einem Unternehmen gerade in Krisenzeiten ein ausgeprochen schlagkräftiges Instrument zu einer weitreichenden Reorganisation und Sanierung zur Verfügung.

Die erfolgreiche Durchführung einer Planinsolvenz in Eigenverwaltung setzt viel Erfahrung, professionelle Vorbereitung und Durchführung voraus. Deshalb arbeiten wir hier auch mit der auf dieses Verfahren spezialisierten Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp zusammen, die folgende wesentlichen Erfolgsfaktoren herausgefiltert haben:

1. Ausgangspunkt ist eine integrierte Planrechnung. Hier liegt die wesentliche Aufgabe des BWI-Bau in der strategischen Kooperation, indem wir ein konkretes Insolvenzplankonzept entwickeln.

2. Dieses muss nicht nur mit den wichtigsten Stakeholdern (Banken / Gesellschaftern) abgesprochen werden, sondern auch das Insolvenzgericht muss von den Erfolgsaussichten überzeugt werden.

4. Es wird ein vorläufiger Gläubigerausschuss gegründet.

5. Man verständigt sich auf einen vorläufigen Sachwalters und wählt in Frage kommende Personen aus.

6. Die Bescheinigung nach § 270b InsO ist vorzubereiten.

7. Es wird ein Kommunikationskonzept mit Kunden und Lieferanten erarbeitet.

8. Es folgt die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sowie die Einschaltung diverser Dienstleister (Kassenprüfung, Insolvenzbuchhaltung, Bewerter).

9. Letztendlich ist noch der Versicherungsschutz für den Gläubigerausschuss, den Sachwalter und den CRO zu organisieren.

Sowohl wir als auch Buchalik Brömmekamp profitieren von den guten Kontakten, die aufgrund überzeugender Leistungen z. B. im Bankenreporting für Bauunternehmen zur Kreditwirtschaft, Warenkreditversicherern etc. aufgebaut wurden.

Alle Bauunternehmer, die einer Schieflage ihres Unternehmens vorbeugen wollen, sind herzlich eingeladen zu einer Informationsveranstaltung, die wir Anfang September 2015 durchführen wollen. Sobald Termin, Zeiten und Ort feststehen, werden wir Sie über den BWI-Bau-Newsletter, unsere Internetseiten usw. informieren.

BWI-Bau und TRIAL Support kooperieren

20

Sep

2013

Branchenexperten analysieren Bauunternehmen: Seit dem 1. September kooperieren BWI-Bau und die TRIAL Support GmbH, um vor allem in die Krise geratenen Unternehmen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe mit dem kombinierten Branchen-Know-how zu unterstützen. “Die langjährige baubetriebliche und baubetriebswirtschaftliche Erfahrung aus der Beratung und Begleitung von Bauunternehmen und das Know-how aus der Baupraxis versetzen uns in die [...]

ebodenmueller 16:14

Branchenexperten analysieren Bauunternehmen: Seit dem 1. September kooperieren BWI-Bau und die TRIAL Support GmbH, um vor allem in die Krise geratenen Unternehmen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe mit dem kombinierten Branchen-Know-how zu unterstützen. “Die langjährige baubetriebliche und baubetriebswirtschaftliche Erfahrung aus der Beratung und Begleitung von Bauunternehmen und das Know-how aus der Baupraxis versetzen uns in die Lage, dem Kunden zeitnah eine professionelle Unternehmens-/Krisenanalyse zu erstellen”, so Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen, Institutsleiter des BWI-Bau.

Das Angebot der professionellen Bauunternehmensanalyse richtet sich aber auch an Finanzdienstleister wie Banken, Avalgeber und Warenkreditversicherer. “Auch externe Stakeholder merken, dass es wichtig ist zu handeln, denn gerade in Krisenzeiten kann Ihren Kunden viel passieren: Wann sind Kredite und Bürgschaften noch sinnvoll? Ohne den Nachweis einer Sanierungsfähigkeit Ihres Kunden durch einen unabhängigen Berater ist eine erfolgversprechende Kreditvergabe mit Unabwägbarkeiten und hohen Risiken verbunden”, so Andreas Schmieg, Geschäftsführer der TRIAL Support GmbH. Aufgrund der besonderen Abrechnungs- und Abgrenzungsproblematiken der Bauwirtschaft ist es für Nichtkenner der Branche häufig schwierig, sich in diese Sachverhalte zeitnah hineinzudenken und nicht nur die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, sondern diese z. B. auch den Kreditgebern in deren Branchenvokabular verständlich zu vermitteln.

Gerade in kritischen Unternehmenssituationen sind die Vorteile der strategischen Kooperation zwischen dem BWI-Bau und der TRIAL Support GmbH ausschlaggebend:

• Schnelle und professionelle Analyse des Unternehmens unter Berücksichtigung der Branchenkennzahlen.

• Einschätzung der Sanierungsmöglichkeiten und – sofern gewünscht – eine abschließende Restrukturierungs- bzw. Sanierungsbegleitung (gegebenenfalls auch ein Sanierungsgutachten nach IDW S6).

Ihre Ansprechpartnerin im BWI-Bau ist Melanie Schlüter, Tel.-Durchw.: 0211/6703-276,  E-Mail: M.Schlueter@BWI-Bau.de.

Das BWI-Bau ist ein bundesweit tätiges, verbandgebundenes Dienstleistungsunternehmen mit den Leistungsfeldern Beratung – Weiterbildung – Information und bundesweit anerkannter Spezialist für das Know-how zu allen baubetrieblichen und baubetriebswirtschaftlichen Fragen. 2014 feiert das BWI-Bau 50 Jahre Branchenkompetenz und Innovationskraft.

Die TRIAL Support GmbH ist eine auf mittelständische Unternehmen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe spezialisierte Unternehmensberatung mit jahrelanger Erfahrung in der praktischen Unternehmensführung und Spezialist für die Unternehmensbegleitung von der Analyse über die Maßnahmenbeschreibung bis hin zur konkreten Umsetzung in Ihrem Unternehmen.

 

Risikoprävention im Einkauf

16

Jul

2013

Köln, 10. Juli 2013. Risikomanagement lohnt sich: Unternehmen können das Geschäftsergebnis verbessern, die Supply Chain stabilisieren, Qualitäten optimieren und die Reputation absichern. Insgesamt also ihre Wettbewerbsfähigkeit merklich stärken. Dies ergab die aktuelle Studie „Risikoprävention im Einkauf“ der Unternehmensberatung Inverto. Für mehr als 80 Prozent der befragten Firmen spielt dabei das Management von Versorgungs- und Qualitätsrisiken [...]

ebodenmueller 10:09

Köln, 10. Juli 2013. Risikomanagement lohnt sich: Unternehmen können das Geschäftsergebnis verbessern, die Supply Chain stabilisieren, Qualitäten optimieren und die Reputation absichern. Insgesamt also ihre Wettbewerbsfähigkeit merklich stärken. Dies ergab die aktuelle Studie „Risikoprävention im Einkauf“ der Unternehmensberatung Inverto. Für mehr als 80 Prozent der befragten Firmen spielt dabei das Management von Versorgungs- und Qualitätsrisiken eine zentrale Rolle. Allerdings schätzt jedes zweite Unternehmen das eigene Risikomanagement als noch nicht ausreichend ein. „Die Firmen erkennen den Nutzen und haben das Thema auf der Agenda stehen. Leider setzen sie es noch nicht ausreichend ein und steuern es nur unzureichend“, erläutert Thibault Pucken, Leiter des Competence Centers Procurement Management von Inverto.

Branchenübergreifende Befragung: Die Unternehmensberatung Inverto befragte für die Studie „Risikoprävention im Einkauf“ im Frühjahr 2013 Einkaufsleiter verschiedener Branchen (Maschinenbau, Konsumgüterindustrie, Handel, Baugewerbe, Chemie und Pharma) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 52 Entscheider aus Einkauf, Geschäftsführung und Supply Chain Management gaben Auskunft. Die Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen gab einen Jahresumsatz von 100 bis 500 Millionen Euro jährlich an.

Risikomanagement hat hohen Stellenwert im Einkauf: Die Teilnehmer halten demnach Risikomanagement für wichtig oder sehr wichtig. Fast alle sind der Meinung, dass Risikomanagement im Einkauf ein Schlüssel zur effektiven Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist. Etwa zwei Drittel sind zudem überzeugt, dass sich mittels Risikomanagement das Geschäftsergebnis optimieren lässt. Und auch die eigene Reputation kann laut 46 Prozent der Teilnehmer verbessert werden, wenn die Beschaffung durch ein geeignetes Risikomanagement verantwortungsvoller gestaltet wird.

Die Bedeutung des Risikomanagements hat insbesondere in den letzten drei Jahren stark zugenommen. Bei fast allen ist der Stellenwert hoch oder sogar sehr hoch. „Kein Wunder, denn wenn die Risiken eingetreten sind, sorgt das schnell für negative Schlagzeilen und sinkende Umsätze – gleich, ob bei Herstellern von Konsumgütern oder in der Industrie“, so Thibault Pucken. Die Gründe dafür sind vielfältig. Denn Ursache der Störung ist oft eine Kombination von hohem Kosten- und Innovationsdruck bei gleichzeitiger Verlagerung der Wertschöpfung auf Zulieferer. Fällt ein Schlüssellieferant aus oder liefert Falsch- oder Fehlmengen hat das erhebliche Auswirkungen auf die nachgelagerte Supply Chain. Häufig sinken im Anschluss Umsatz und Unternehmensgewinn. „Auch die Reputation der betroffenen Unternehmen kann bei steigenden Beschaffungsrisiken leicht sinken“, so Pieter Niehues, Projektmanager bei Inverto und Co-Autor der Studie. So zeige der Fall Foxconn, wie widrige Arbeitsbedingungen bei Zulieferern das Image des beschaffenden Unternehmens gefährden können.

Versorgungs- und Qualitätsrisiken an erster Stelle: Über drei Viertel der befragten Unternehmen managen aktiv ihre Risiken entlang der Supply Chain. Die Unternehmen haben dabei besonders Versorgungs- und Qualitätsrisiken im Blick. 83 Prozent der Unternehmen halten die Minimierung von Versorgungsrisiken, 77 Prozent die Minimierung von Qualitätsrisiken für sehr relevant. Compliance- und Nachhaltigkeitsrisiken stehen ebenfalls an vorderer Stelle, gefolgt von der Sicherstellung der Innovationsfähigkeit von Zulieferern. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen halten auch die Verhinderung von Lieferantenausfällen für sehr wichtig. Dies zeigen auch die eingesetzten Maßnahmen zum Risikomanagement.

Regelmäßige Lieferantenbewertung minimiert Risiko: Über die Hälfte der befragten Unternehmen bewerten ihre Lieferanten regelmäßig hinsichtlich deren Risikopotenziale. In der Regel konzentrieren sie sich dabei auf die Schlüssellieferanten und ausgewählte Kriterien wie Reklamationsquote, Liefertreue, Lieferantenaudits, Bonitätskennziffern, Bilanzkennzahlen und Wettbewerbssituation. Entscheidend ist, aussagekräftige Bewertungskriterien zu verwenden. Dazu gehören beispielsweise auch die Situation auf dem Beschaffungsmarkt, Währungskurs- und Rohstoffpreisentwicklungen, Innovationsfähigkeit der Lieferanten, Verflechtungen der Lieferanten mit anderen Kunden und Zulieferern sowie die Einhaltung ökologischer, ethischer oder sozialer Standards und von Gesetzen. 94 Prozent der Befragten sind überzeugt, durch ein geeignetes Risikomanagement soziale und ethische Standards gewährleisten zu können.

Weniger Versorgungsengpässe, mehr Qualität: Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich die regelmäßige Bewertung auszahlt. 84 Prozent der teilnehmenden Unternehmen verringerten mit Hilfe des Risikomanagements Versorgungsengpässe, bei 61 Prozent ließen sich Qualitätsschwankungen reduzieren und 48 Prozent verbesserten Produkt- und Servicequalitäten. Bei den Unternehmen, die ihre Lieferanten nicht regelmäßig prüfen, lagen die Erfolgsquoten jeweils deutlich niedriger.

Grafiken zur Studie „Risikoprävention im Einkauf“ können unter www.inverto.com/download/20130705_Inverto_Umfrage_Risikopraevention_Pressefolien.pdf heruntergeladen werden.

Beschaffungskosten bleiben mehrheitlich stabil: „Auch wenn die Firmen den Nutzen des Risikomanagements erkennen, scheuen vor allem Mittelständler noch dessen Einführung“, so Projektmanager Pieter Niehues. Dabei hat die Umfrage gezeigt, dass sich Risikomanagement sogar rechnen kann. Bei 21 Prozent sind die Kosten gesunken und bei fast der Hälfte blieben die Kosten unverändert. Nur 17 Prozent gaben an, dass die Beschaffungskosten durch Risikomanagement tatsächlich gestiegen seien. Zugunsten der Risikovermeidung würden sogar knapp 70 Prozent der Befragten Zusatzkosten in Kauf nehmen.

Nachholbedarf besteht weiterhin: Die Studie zeigt jedoch auch, dass noch Luft nach oben besteht: Knapp die Hälfte der Unternehmen schätzt ihr eigenes Risikomanagement nur als „ausreichend“ oder gar „mangelhaft“ ein, sofern es überhaupt vorhanden ist.  Nachholbedarf besteht insbesondere bei der proaktiven Ausgestaltung und der Erfolgsmessung. Nur 13 Prozent der Unternehmen messen überhaupt die Erfolge ihres Risikomanagements. „Dabei gibt es effektive Methoden“, führt Thibault Pucken aus. So haben sich in der Praxis insbesondere Kennzahlensysteme und das Risikoportfoliomanagement als gängige Erfolgsmessmethoden etabliert.

Früherkennung zu wenig genutzt: Nachholbedarf gibt es auch bei den Frühwarnsystemen. Nur jedes fünfte Unternehmen hat ein solches System im Einsatz. Es signalisiert Handlungsbedarf, wenn bei der Lieferantenbewertung kritische Werte überschritten werden. Unternehmen, die ein solches System nutzten, konnten Lieferantenausfälle um 73 Prozent reduzieren. Eine solche Quote erreichten Unternehmen ohne Frühwarnsystem bei Weitem nicht. Darüber hinaus liegen bei lediglich einem knappen Drittel der Unternehmen Notfallpläne vor.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: „Ein effizientes und vor allem proaktives Risikomanagement ist für Unternehmen mit einer geringen Fertigungstiefe überlebenswichtig“, so Thibault Pucken. Auch Unternehmen, die Geschäftsprozesse an spezialisierte Dienstleister auslagern, sollten ein Supplier Risk Management einsetzen. „Die Effektivität eines solchen Systems hängt erfahrungsgemäß maßgeblich davon ab, wie konsequent es betrieben wird“, ergänzt Niehues. Daten müssten kontinuierlich erhoben, Ergebnisse systematisch verfolgt und Gegenmaßnahmen frühzeitig und crossfunktional entwickelt werden, dann ließen sich Störungsrisiken vermeiden, langfristige Partnerschaften mit Lieferanten fördern und so das Einkaufsergebnis signifikant verbessern. Die Unternehmen wissen das: 85 Prozent von ihnen gaben an, künftig ihr Risikomanagement erweitern oder intensivieren zu wollen.

 

 

 

 

Machen Sie mit beim Erfahrungsaustausch Risikomanagement

6

Mai

2013

Mit der 9. Sitzung fand der Arbeitskreis Risikomanagement, den das BWI-Bau seit 2008 im Auftrag des HDB leitete, am 24. April 2013 in Berlin im Sinne einer Resümée-Veranstaltung seinen Abschluss. Die im Arbeitskreis gewonnenen Erkenntnisse zur Identifikation und Bewertung von Projektrisiken liefern einen wichtigen Input für die von Minister Ramsauer ins Leben gerufene Reformkommission für [...]

ebodenmueller 14:27

Mit der 9. Sitzung fand der Arbeitskreis Risikomanagement, den das BWI-Bau seit 2008 im Auftrag des HDB leitete, am 24. April 2013 in Berlin im Sinne einer Resümée-Veranstaltung seinen Abschluss.

Die im Arbeitskreis gewonnenen Erkenntnisse zur Identifikation und Bewertung von Projektrisiken liefern einen wichtigen Input für die von Minister Ramsauer ins Leben gerufene Reformkommission für Großprojekte.  Begleitet wird diese Reformkommission durch eine interne Spiegelkommission beim HDB, in der unser Geschäftsführer, Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen,  Mitglied ist.

Darüber hinaus ist Risikomanagement nicht nur aus Unternehmenssicht, sondern auch aus Bankensicht unumgänglich notwendig für eine stabile Unternehmensfinanzierung. Deshalb soll in einem Erfahrungsaustauschkreis der im Arbeitskreis entwickelte Werkzeugkasten zum Risikomanagement auf Unternehmens- wie auch auf Projektebene in der praktischen Umsetzung begleitet und weiterentwickelt werden. Insbesondere wird dabei im Fokus stehen, inwiefern Bauunternehmen, die vorrangig als Bauleistungsversprecher ihre Fähigkeit vermarkten, eine – i. d. R. vom Auftraggeber vordefinierte Leistung – zu erbringen und die damit in einem vorrangig durch den Preis dominierten Markt agieren, durch eine aktive Auseinandersetzung mit den Risiken der Bauprojekte dennoch Wettbewerbsvorteile erlangen können. Nur wer Risikokosten richtig bewertet, wird in der Lage sein, diejenigen Ausreißer-Projekte zu identifizieren, die u. U. existenzbedrohende Krisen heraufbeschwören können.

Wenn Sie an einer Mitwirkung in diesem Erfahrungsaustauschkreis interessiert sind, nimmt Frau Melanie Schlüter gerne Ihre Kontaktdaten auf.

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Risikovorsorge: Versicherungen im Baubetrieb

17

Jul

2012

Unmögliches möglich zu machen und innovative Wege zu gehen, um optimale und wirtschaftliche Leistungspakete für seine Kunden zu gestalten, ist das Motto von Heribert Vosdellen, Gründer und Geschäftsführer der Vosdellen GmbH. Nach über 25 Jahren Erfahrung als Versicherungsmakler in der Baubranche ist er prädestiniert wie kaum ein anderer, als Referent zum Thema der “Versicherungen im [...]

ebodenmueller 10:44

Unmögliches möglich zu machen und innovative Wege zu gehen, um optimale und wirtschaftliche Leistungspakete für seine Kunden zu gestalten, ist das Motto von Heribert Vosdellen, Gründer und Geschäftsführer der Vosdellen GmbH. Nach über 25 Jahren Erfahrung als Versicherungsmakler in der Baubranche ist er prädestiniert wie kaum ein anderer, als Referent zum Thema der “Versicherungen im Baubetrieb” im Rahmen von BWI-Bau-Veranstaltungen mitzuwirken.

Insofern ist es auch kein Wunder, dass seine Seminare eine Weiterempfehlungsquote von 100 % haben und dabei vor allem seine Fachkompetenz ebenfalls zu 100 % als Qualitätsmerkmal bestätigt wird.

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